Größter Kanalknotenpunkt der Welt | Stadt Datteln
Das Bild zeigt einen Teil der ukrainischen Flagge und die Aufschrift ,Hilfe für Geflüchtete'

Energetische Sanierung der Stadthalle schreitet voran: Weltweite Störung der Lieferketten sorgt immer wieder für Materialmängel – Fertigstellung Mitte 2023 geplant

21.6.2022 - Im Oktober 2020 wurde mit der energetischen Sanierung der Stadthalle begonnen. Seitdem ist schon einige Zeit vergangen – aber Atze Schröder, Ray Wilson oder das Amateurtheater St. Amandus stehen immer noch nicht wieder auf der Bühne. Das hat Gründe, die mit der andauernden Corona-Pandemie und dem seit längerem andauernden Materialmangel zu tun haben. Auch heute – bedingt durch Corona und den Ukraine-Krieg – sind die weltweiten Lieferketten noch immer gestört und stellen die globale Luft- und Schifffahrt vor logistische Probleme. Die Stadtverwaltung informiert darüber, wie weit die Arbeiten bislang fortgeschritten sind.

Außenarbeiten: Dachflächen und Fassade

Die Arbeiten an den Dachflächen von Saal, Bühne und Foyer konnten erst am 9. Mai 2022 richtig beginnen, da die Produktions- und Lieferzeiten der erforderlichen Rauch-Wärme-Abzug-Fenster aufgrund von Sondergrößen mehrere Monate beansprucht hat. Der Abschluss dieser Arbeiten ist frühestens Anfang Juli 2022 möglich, da der Dämmstoff und die Dachbaustoffe erst zu diesem Zeitpunkt geliefert werden. Das ist allein auf Produktionsrückstände infolge der aktuell schlechten Materialverfügbarkeit zurückzuführen.

Weil die Lieferzeit für Türelemente, die aktuell montiert werden, bei 18 Wochen gelegen hat, konnten die Dämmstoffe der Fassade erst in der vergangenen Woche an die Türelemente angearbeitet werden. Das hat zur Folge, dass auch der Außenputz der Fassade noch nicht fertiggestellt werden kann. Falls das Wetter für die Putzarbeiten niederschlagsfrei und nicht zu warm ist, könnte das Außengerüst – zunächst rück- und giebelseitig – in dieser Woche abgebaut werden.

Arbeiten im Saal

Aktuell ist im Saal die Metall-Unterkonstruktion für die Decke fertiggestellt worden. Da die Decke aus statischen Gründen nur an tragenden Betonunterzügen befestigt werden kann und nicht an der Betondecke der Dachfläche, müssen so genannte Weitspannträger verwendet werden. Das verursacht einen höheren Aufwand, so dass mit dem Anbringen der Deckenbekleidung aus Akustik-Gipskarton-Platten erst in der vorletzten Woche begonnen werden konnte; im Anschluss daran werden Teile des Gerüstes abgebaut. Außerdem werden die Wände – wie die Decke – gemäß den Vorgaben eines Raumakustik-Gutachtens erstellt.

Die Lüftungsarbeiten sind als Vorleistung für die Trockenbauarbeiten abgeschlossen. Das nach dem Brandschutzgutachten notwendige Rauch-Ansaug-System und die Kabel für die Rauchmelder hatten ebenfalls eine längere Lieferzeit, die Installation ist aber mittlerweile abgeschlossen.

Voraussichtlich ab der 34. Kalenderwoche – abhängig davon, ob eventuell weitere Verzögerungen durch die Urlaubszeit entstehen – werden zunächst Malerarbeiten und danach die Parkettarbeiten durchgeführt; der genaue Termin hängt auch hier davon ab, ob die Firmen nach dem Terminvorgaben der Stadt Datteln arbeiten können und ob das notwendige Material sofort verfügbar ist.

Arbeiten im Foyer

Aufgrund längerer Lieferzeiten für die Lüftungskanäle konnten die Arbeiten im Foyer erst in der ersten Juniwoche beginnen. Die Fertigstellung der Elektroarbeiten einschließlich der Meldetechnik nimmt noch etwa zwei Wochen in Anspruch. Wie im Saal wurden auch hier Rauch-Wärme-Abzug-Fenster montiert, so dass nach der Fertigstellung der innenliegenden Dachentwässerung und der Lüftungstechnik ca. in der letzten Juniwoche mit Decken- und Wandbekleidungen begonnen werden kann; dieses erfolgt aber erst im Anschluss an die Trockenbauarbeiten im Saal.

Arbeiten im Keller

Die Lüftungsarbeiten im Keller sind nahezu abgeschlossen, so dass aktuell die Wand- und Deckendurchbrüche geschlossen werden. Die Durchbrüche waren für die Durchführung von Lüftungskanälen, der Heizungs- und Sanitärinstallation und für Elektro-Kabeltrassen erforderlich. Die Elektrotechnik wird voraussichtlich in den nächsten zwei Wochen fertiggestellt, so dass die Trockenbauarbeiten – entweder parallel zu den Arbeiten im Foyer oder je nach Kapazität der ausführenden Firma – erst nach den Arbeiten im Foyer begonnen werden können.

Die Innenputzarbeiten in den neu gestalteten Kellerräumen und WCs beginnen aufgrund von Auslastung und bevorstehenden Betriebsferien des beauftragten Unternehmers etwa Ende Juli. Damit wären nach der Trocknung des Innenputzes die Voraussetzungen erfüllt, dass die Fliesenarbeiten beginnen können. Die genaue Terminplanung hängt auch in diesem Fall von den Vorgewerken ab, von der Materialverfügbarkeit und möglichen bereits erwähnten unvorhersehbaren Beeinträchtigungen.

Auch die Stadt Datteln blieb, wie viele andere Auftraggeber auch, trotz fortlaufender Optimierung der Abläufe auf der Baustelle bei der energetischen Sanierung der Stadthalle von pandemiebedingten Krankheitsfällen nicht verschont. Die zusätzlich allgemein schlechte Verfügbarkeit von Baustoffen, anderweitige vertragliche Verpflichtungen der beauftragten Unternehmen und deutlich längere Lieferzeiten für Baustoffe, angefertigte Bauteile, Fenster und Türen führten immer wieder zu Verzögerungen. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie sich dieses auf den geplanten Fertigstellungstermin im Sommer 2023 auswirken wird.

Die Stadt Datteln wird weiterhin alles dafür tun, dass die Arbeiten möglichst ohne neue Unterbrechungen oder weitere Verzögerungen durchgeführt werden.

Energetische Sanierung der Stadthalle

Start: 1. Juli 2020; Fertigstellung (voraussichtlich): Sommer 2023

Ziel: Energetische Qualitätsverbesserung von fast 120 Prozent, weil alle Materialien der neuen Gebäudehülle dem heutigen Standard angepasst werden.

Kosten: Zum Start sind 1,9 Millionen Euro für die energetische Sanierung eingeplant worden. 90 Prozent der Kosten werden aus dem kommunalen Investitionsförderungsprogramm gedeckt. Städtischer Eigenanteil: 10 Prozent

Was ist geplant? Der einstige holzumfasste Saal wird künftig ohne Holz auskommen müssen: Teilweise befanden sich hinter dem Holz 25 bzw. 75 Zentimeter große Hohlräume, die wo es möglich ist verringert und den Saal etwas vergrößern werden. Vor der Bühne werden absenkbare Traversen – also modulare Fachwerkträger – installiert, die dafür sorgen, dass das, was auf der Bühne passiert, auch ins richtige Licht gerückt werden kann. Das ehemals braun geklinkerte Foyer wird sich – wie die große Halle – ebenfalls von einer neuen Seite zeigen: Bodenbelag und Deckenbeleuchtung werden erneuert. Der neue Boden wird auf dem vorhandenen verlegt, so dass der alte Belag nicht entsorgt werden muss und Geld eingespart wird.

Die Kassettendecke wird entfernt und gegen eine neue moderne Akustikdecke ausgetauscht, als Leuchtkörper werden energieeinsparende LEDs eingesetzt. Auch im Künstler*innenbereich ist es vorgesehen, die Beleuchtung zu erneuern. Der Anstrich wird aufgefrischt. Ein neuer Bodenbelag wird ebenfalls verlegt und die zwei kleinen WCs werden erneuert und eine Dusche eingebaut. Die Waschbecken in den Garderoben wie in den übrigen Bereichen erhalten wassersparende Armaturen.

Vor dem Foyer entsteht ein 55 Quadratmeter großer Gastro-Anbau mit einem großen Teil Verglasung in der Außenhülle und zugehörigen Nebenräumen. An die 25 Gäste können dort bewirtet werden – mit Aussicht auf die Rottstraße. Feuerwehrzufahrt, Bänke, Pkw- und Fahrradstellplätze sind in das Konzept des neu gestalteten Vorplatzes eingebunden. Für die Anlieferung wird es eine neue Laderampe geben.

Zur energetischen Sanierung gehört insbesondere, dass die äußere Gebäudehülle – wie bereits das gesamte übrige städtische Gebäude an der Kolpingstraße - eine neue Wärmedämmung erhält. Die Fassade und das Dach werden komplett erneuert, auch die senkrechte Verkleidung des Vordaches wird komplett neu hergestellt.