Archiv | Stadt Datteln
Das Bild zeigt einen Teil der ukrainischen Flagge und die Aufschrift ,Hilfe für Geflüchtete'

News-Archiv

 

Riga-Komitee: Datteln ist jetzt offiziell 65. Mitgliedsstadt
Das Bild zeigt Regierungspräsidentin Dorothee Feller und daneben Bürgermeister André Dora

10.11.2021 - Es war eine würdige Veranstaltung gestern im Sitzungssaal des Rathauses: Als 65. Stadt ist Datteln dem Riga-Komitee beigetreten. Bürgermeister André Dora unterschrieb die Beitrittsurkunde im Beisein von Regierungspräsidentin Dorothee Feller. Der Rat der Stadt Datteln hatte sich zuvor einstimmig für diesen Schritt ausgesprochen.

Das obere Bild zeigt Regierungspräsidentin Dorothee Feller und Bürgermeister André Dora beim Unterzeichnen der Beitrittsurkunde.

"Mit dem Beitritt zum Riga-Komitee möchten wir die Erinnerung daran wachhalten, was auch in unserer Stadt vor ungefähr 80 Jahren passiert ist: dass Dattelner Jüdinnen und Juden nach Riga deportiert und dort ermordet worden sind", sagte André Dora.

Das Bild zeigt die Schüler*innen des Comenius-Gymnasiums bei ihrem Vortrag im Sitzungssaal

Das mittlere Bild zeigt die Schüler*innen des Comenius-Gymnasiums beim Verlesen der Texte aus dem Buch von Frida Michelson.

Es sei ihm eine "echte Herzensangelegenheit, führte Dora weiter aus, seit im Oktober 2019 die Ausstellung „Biķernieki – Der Wald der Toten“ im Dorfschultenhof gezeigt wurde. Angesichts dieser schrecklichen Taten, die die Nazis den Jüdinnen und Juden angetan hatte, wusste er, "dass wir dieses Thema noch mehr beleuchten müssen".

Schüler*innen der Oberstufe des Comenius-Gymnasiums hatten sechs lebensgroße schattenumrissartige Figuren aufgestellt, die das Schicksal jüdischer Menschen symbolisieren, die sich ihrer letzten Reise ins Vernichtungslager befinden. Die Schüler*innen lasen ergreifende Stellen aus dem Buch "Ich überlebte Rumbula" von Frida Michelson.

Das Bild zeigt die Urkunde zum Beitritt der Stadt Datteln

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtwei hielt einen ergreifenden Vortrag unter dem Titel „Nachbarn von nebenan – verschollen in Riga“, der den Zuschauer*innen klarmachte, dass das Schicksal der nach Riga deportierten Jüdinnen und Juden viele Jahre nicht thematisiert worden war.

Der angespannten Aufmerksamkeit der Zuhörer*innen war anzumerken, wie dieses Ausmaß an Gräueltaten uns so lange gar nicht bekannt war.

Musikalische Beiträge - von John Stanley und Johann Christoph Pepusch - intonierten Kristin Seifert (Querflöte), Laura Winnizki (E-Piano) und Matthias Spaeth (Cello).

Das Deutsche Riga-Komitee (laut Urkundentext)

Aufgabe des Deutschen Riga-Komitees ist es, an das Schicksal der über 20.000 Jüdinnen und Juden zu erinnern, die in den Jahren 1941 und 1942 nach Riga (Lettland) deportiert und die meisten von ihnen im Wald von Biķernieki ermordet worden sind.

Am 23. Mai 2000 gründeten die Deutschen Großstädte Berlin, Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Kassel, Köln, Leipzig, Münster, Nürnberg (in Kooperation mit Bamberg, Bayreuth, Coburg, Fürth und Würzburg) sowie Osnabrück und Stuttgart gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge diesen Zusammenschluss.

Seit der Gründung im Jahr 2000 traten weiter 46 Städte dem Komitee bei: Bocholt, Kiel, Lübeck, Wien, Bremen, Steinfurt, Warendorf, Paderborn, Dresden, Billerbeck, Vreden, Coesfeld, Bochum, Gelsenkirchen, Magdeburg, Recklinghausen, Gütersloh, Haltern am See, Marl, Viersen, Herford, Moers, Marburg, Bünde, Stadtlohn, Dülmen, Drensteinfurt, Ahlen, Werne, Gescher, Mainbernheim, Krefeld, Rheine, Telgte, Herten, Ahaus, Mönchengladbach, Oberhausen, Leverkusen, Borken, Südlohn, Bottrop, Wesel, Heek, Nottuln und Lemgo. Datteln ist die 65. Mitgliedsstadt des Riga-Komitees.

In Zusammenarbeit mit dem Riga-Komitee, seiner lettischen Partnerorganisation und der Stadtverwaltung Riga errichtete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. den Opfern eine würdige Gräber- und Gedenkstätte im Wald von Biķernieki. Mit der Pflege der Anlage und der Begegnung durch lettische und deutsche Jugendliche vor Ort wird ein lebendiges Band der Erinnerung und der Begegnung zwischen Riga und den deutschen Städten geknüpft, von denen damals die Sammeltransporte ausgingen.