Wasserstadt | Stadt Datteln

Wasserstadt Emscher-Lippe

Projekt zurzeit nicht realisierbar - Gelände mit kleinen Maßnahmen in den Siedlungsbereich integrieren

Unter dem Leitbild „Wohnen am Wasser“ sollte die günstig zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Innenstadt gelegene Zechenbrache Emscher-Lippe 3-4 wiedergenutzt werden. Im vergangenen Jahrzehnt war das ein wesentliches Projekt der Stadtentwicklung. Mittlerweile kann die Stadt Datteln die Fläche aus wirtschaftlichen Gründen zurzeit nicht weiterentwickeln.

Das Bild zeigt den Bereich, an dem der Datteln-Hamm-Kanal auf den Dortmund-Ems-Kanal trifft.

Die ursprüngliche Idee war es, auf etwa zehn Hektar Fläche Ein- und Zweifamilienhäuser an kleinen Grachten zu errichten, die in einen Sportboothafen am Dortmund-Ems-Kanal mündeten. Mehrfamilienhäuser waren am Rand des Waldes bzw. am Herdiecksbach geplant. Und am Hafen sollte es Grundstücke für wassersportbezogenes Handwerk und Gewerbe sowie ein Hotel und Gastronomie geben.

Reges Interesse an der Planung

Die zuständigen Ministerien haben das Stadtentwicklungsprojekt als förderungswürdig anerkannt. Entsprechend ist die Wasserstadt Emscher-Lippe aus Mitteln der Stadterneuerung und der regionalen Wirtschaftsförderung mit ersten Zuwendungen für die Planung und die Sanierung der Brache gefördert worden. Die aufgestellten Kalkulationen zeigten, dass sich das Projekt wirtschaftlich realisieren lässt. Aus Datteln und der Region gab es an der Planung und an den künftigen Grundstücken ein reges Interesse.

Höhere Anforderungen an die Sanierung des Bodens

Doch die Anforderungen an die Sanierung des Bodens - immerhin ein ehemaliges Zechengelände - stiegen im Laufe der Jahre, was die Kosten für das Gesamtprojekt in die Höhe schnellen ließ. Außerdem zogen sich Träger zurück, die sich zuvor noch an den Kosten beteiligen wollten. Damit hätten aber auch die Zuwendungen an die Stadt Datteln höher ausfallen müssen, was wiederum einen höheren Eigenanteil der Stadt Datteln zur Folge gehabt hätte.

Machbarkeitsstudie

Weder das Land Nordrhein-Westfalen noch die Stadt Datteln konnten diese höheren Kosten bewältigen. Deshalb wurde vereinbart, die weitere Realisierbarkeit der „Wasserstadt“ zunächst in einer Machbarkeitsstudie zu untersuchen. Die Ende 2014 vorgelegte Studie bestätigte, dass das Projekt grundsätzlich umsetzbar ist und dass die mit Fördermitteln errichtete Brücke Heibeckstraße die Erschließung des Quartiers centr-o-med erheblich verbessert hat.

Gelände mit kleinen Maßnahmen aufwerten

Eigentümer des Grundstücks ist das Land Nordrhein-Westfalen, das von der NRW.URBAN GmbH vertreten wird. Zusammen mit der Stadt verfolgt sie das Ziel, die Fläche übergangsweise mit kleinen, wirtschaftlich vertretbaren Maßnahmen in den Siedlungsbereich zu integrieren. In Anlehnung an den Rahmenplan 2008 soll das Gelände mit kleinen Maßnahmen aufgewertet und für die Bevölkerung besser zugänglich gemacht werden.

Ein gutes Beispiel für diese Aufwertung ist der Betriebsweg, der beim Rückbau des alten Zechenhafens durch die RAG am Dortmund-Ems-Kanal entstanden ist. Im Anschluss an den neuen Weg soll im Bereich des Ölmühlenweg-Durchlasses ein weiteres Stück Uferweg am Kanal hergestellt werden.

Stadtnahes Wohnen

Vorstellungen gibt es auch für eine weitere bauliche Nutzung des Geländes an der Heibeckstraße zwischen centr-o-med und Dattelner Mühlenbach. An dieser Stelle könnten Gebäude für eine ähnliche Nutzung oder für das stadtnahe Wohnen entstehen.

„Cult Nature“ - Bio-Montan-Park NRW“

Für die übrige Fläche wurde in dem Projekt „Cult Nature“ - Bio-Montan-Park NRW“ eine Projektidee für den Umgang mit Brachflächen der Montanindustrie entwickelt - gefördert von der Europäischen Union und dem Land NRW. Dabei geht es um Flächen, die aus wirtschaftlichen Gründen derzeit nicht für eine städtebauliche Folgenutzung aufbereitet werden können. „Cult Nature“ knüpft an die besonderen Eigenschaften von Brachflächen des Bergbaus an und berücksichtigt, dass städtische Planungen auch zukünftig möglich sein werden.

Finanzierung für die Übergangszeit

Ziel ist es, die Flächen so herzurichten, dass sie sich städtebaulich in den Siedlungsbereich integrieren und für Freizeit und Erholung nutzen lassen. Durch die energetische Nutzung von Biomasse und den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen sollen dabei Einnahmen erzielt werden, mit denen sich Herrichtung, Unterhaltung und Bewirtschaftung der Flächen in einer Übergangszeit finanzieren lassen.

Nachdem der Rat der Stadt Datteln die Projektidee grundsätzlich gebilligt hat, wird die Stadtverwaltung gemeinsam mit NRW.URBAN und einem Projektträger ein planerisches und wirtschaftliches Konzept für Errichtung und Betrieb des geplanten Parks erarbeiten. Dieses Konzept wird dem Rat voraussichtlich im Laufe des Jahres 2016 zur Beschlussfassung vorgelegt. Als Maßgabe für die Erarbeitung wird unter anderem vorgeschlagen, dass die Stadt Datteln keine Kosten für Errichtung oder Betrieb des Parks zu tragen hat.

Kontakt

Stadt Datteln
Rolf Bierwirth
E-Mail: stadtplanung@stadt-datteln.de
Tel.: 02363/107-354

NRW.URBAN
Franz Große-Kreul
Tel. 0231/4341-289
E-Mail: franz.grosse-kreul@nrw-urban.de