Schulentwicklungsplanung | Stadt Datteln

Schulentwicklungsplanung

 

Schulentwicklung in der Stadt Datteln seit 2007

Mit der Umsetzung der Schulentwicklungsplanungen hat die Stadt Datteln ihre Schullandschaft entscheidend umgestaltet. Dazu zählen vor allem die Zusammenführung und Auflösung von Grundschulen und Hauptschulen, aber auch die Stärkung bestehender weiterführender Schulen sowie die Errichtung eines Teilstandorts der Wolfhelmgesamtschule.
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Das Bild zeigt eine Szene vom Tag der offenen Tür der Wolfhelmschule

Demographische Veränderungen mit sinkenden Schülerzahlen haben diese Schritte notwendig gemacht, besonders aber das Schulwahlverhalten der Schüler*innen und ihrer Eltern.
Durch die Aufhebung der Schulbezirke bzw. Einzugsbereiche für die Dattelner Grund- und Hauptschulen war der Elternwille maßgebend für die Schulanmeldungen an den gewünschten Schulen. Über die Aufnahme entscheidet jedoch letztendlich die Schulleitung. Jedoch konnte auch dieser Schritt die beiden „Dorfschulen“ in Horneburg und Ahsen sowie die letzte verbleibende Hauptschule in Datteln nicht retten, die nun auslaufend geschlossen wird und in deren Gebäude sich auch der Teilstandort der Wolfhelmgesamtschule befindet.
Leider wurden durch landesweite Umstrukturierungen auch Förderschulen in Datteln geschlossen, was durch Kooperationen mit Nachbarkommunen aufgefangen werden soll.
Alle Dattelner Grundschulen bieten großzügige Betreuungen wie etwa 8 bis 1 oder auch OGSen an.

Nachdem die ehemalige Grundschule Josefschule am Hagemer Kirchweg leergezogen und renoviert worden war, zogen dort zum Schuljahr 2010/2011 Schüler*innen der Jahrgänge 5 und 6 des Comenius-Gymnasiums ein – heute bekannt als Dependance des Gymnasiums. Der Jahrgang 5 wurde schon ab dem Schuljahr 2009/2010 im Gebäude der Josefschule gemeinsam mit den verbliebenen Grundschüler*innen untergebracht.

Am 31.7.2013 musste auch die Grundschule Schule Ahsen aufgrund von Schülermangel geschlossen werden. Die verbliebenen Kinder wurden in der Dachsbergschule Haltern-Flaesheim aufgenommen, in der auch viele Ahsener Kinder unterrichtet werden.

2011 hat die Stadtverwaltung Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklungsplanung der Universität Dortmund mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Die Stadt Datteln wollte so Planungsgrundlagen erhalten, um den gravierenden Rückgang der Schülerzahlen (demografischer Wandel) auffangen zu können.

In seinem Gutachten verwies Dr. Rösner auf das geänderte Schulwahlverhalten: Die Eltern steuern für ihre Kinder höhere Bildungsabschlüsse an, insbesondere das Abitur. Damit ließ sich der gravierende Rückgang der Schüler*innenzahlen an den Hauptschulen und die vermehrte Hinwendung von Hauptschüler*innen zu den Realschulen des Landes erklären.
Für Datteln war festzustellen, dass sich ein hoher Anteil der Dattelner Schüler*innen für die Gesamtschulen in den Nachbarkommunen entschied. Allerdings lehnte die Bezirksregierung den Plan der Stadt Datteln ab, eine eigene Gesamtschule zu gründen, weil der Bestand der Gesamtschulen in den Nachbargemeinden nicht gefährdet werden sollte.

Dr. Rösner zeigte damals in seinem Gutachten zwei Handlungsmöglichkeiten auf:

- Schließung von Hauptschule und Realschule und Gründung einer Sekundarschule
- Schließung von Hauptschule und Realschule und Gründung eines Teilstandortes einer Gesamtschule in Datteln

Für die Gründung einer eigenen Sekundarschule gab es nicht genügend Akzeptanz: nicht nur die über kurz oder lang aufgrund zu geringer Schülerzahlen zu schließende Hauptschule, sondern auch die Realschule hätten dafür aufgegeben werden müssen.

Deshalb nahm die Stadtverwaltung Datteln auch Gespräche mit der Stadt Olfen über die Errichtung eines Teilstandorts der Wolfhelmschule (Gesamtschule) in Datteln auf. Bei der Elternbefragung im Jahr 2014 hatten sich 51 Prozent der Befragten gegen eine Sekundarschule ausgesprochen, jedoch den Wunsch nach einer Gesamtschule in Datteln betont. Zu dem Zeitpunkt wurden etwa 800 Schüler*innen aus Datteln in anderen Städten unterrichtetet; 293 davon alleine an der Wolfhelmgesamtschule in Olfen.

Damit Schüler*innen aus Datteln möglichst keine weiten Schulwege bis in die Nachbarstädte zurücklegen müssen, hatten sich Rat und Verwaltung dafür entschieden, dass es die am
meisten gewünschte Schulform auch in Datteln geben sollte. Also bildeten die Städte Datteln und Olfen eine Planungsgruppe, um als interkommunale Kooperation eine gemeinsame Gesamtschule an zwei Standorten zu schaffen.

Darauf folgte eine anlassbezogene gemeinsame Schulentwicklungsplanung für die Städte Datteln und Olfen.

Eine im Februar 2017 durchgeführte Elternbefragung ergab eine deutliche Akzeptanz der Eltern für eine Gesamtschule in Datteln.

Am 27.10.2017 gab es in Olfen und in Datteln einen Ratsbeschluss, der zur Einrichtung eines Teilstandortes der Wolfhelmschule in Datteln führte. Die Zügigkeit wurde auf sechs Klassen pro Jahrgang festgelegt – jeweils 3 Klassen in Datteln und Olfen. Damit einher ging die auslaufende Schließung der Hauptschule Hachhausen zum Schuljahr 2018/2019.
Zum Schuljahr 2018/2019 wurden mit dem Jahrgang 5 die ersten drei Gesamtschulklassen am Teilstandort der Wolfhelmschule in Datteln aufgenommen.

Alle Gebäude am Standort Hachhausen werden renoviert und saniert, außerdem werden Neubauten gebaut mit einem Fachraumtrakt, einer Mensa mit Pausenhalle sowie einer weiteren Turnhalleneinheit. Die Gebäude sollen überwiegend 2021 fertiggestellt sein.

Ab dem Schuljahr 2021/2022 werden am Teilstandort der Gesamtschule die Jahrgänge 5 bis 8 und an der Hauptschule nur noch die Jahrgänge 9 und 10 unterrichtet. Wenn die noch verbliebenen Schüler*innen die Hauptschule zum Schuljahr 2023/24 verlassen haben, wird es am Standort Hachhausen ausschließlich den Teilstandort der Wolfhelmschule – Gesamtschule der Städte Olfen und Datteln – geben.

Falls die Gesamtschüler*innen das Abitur als Abschluss anstreben, besteht die Möglichkeit, innerhalb der Wolfhelmschule nach der zehnten Klasse zum Olfener Teilstandort zu wechseln; nur in dieser Konstellation ist es möglich, eine umfangreiche und zufriedenstellende Kursauswahl anzubieten. Alternativ steht angehenden Abiturient*innen der Wechsel zum Dattelner Berufskolleg Ostvest mit seinen zahlreichen Bildungsgängen sowie selbstverständlich zum Comenius-Gymnasium frei.

Auch wenn damit die Schulentwicklungsplanung in Datteln sehr gut und zukunftsweisend aufgestellt ist, kann sie nicht als abgeschlossen betrachtet werden. Denn laut Gesetz ist die Stadt Datteln verpflichtet, sie in bestimmten Abständen an die aktuelle Situation anzupassen.